Wahrscheinlich gibt es sie wie Sand am Meer oder passender wie Menschen auf der Erde: Schilderungen über die Geburt. Obschon es ein unbeschreibliches Ereignis ist, versuchen auch wir uns in einer Beschreibung, was uns dabei für immer in Erinnerung bleiben wird. Da haben wir einerseits die klassischen Aspekte aber andererseits auch noch ein paar amüsantere, nebensächlichere Dinge – ganz im Sinne des Sinns und Zwecks von unserem Blogs.

Es sei das Schönste im Leben. Eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Man(n) komme nicht mehr aus dem Weinen heraus. So weit, so gut, dachte ich mir. Diese Papi-Geburtserlebnisberichte aus dem Umfeld sind bestimmt ein bisschen übertrieben. Ist ja nicht jeder ein solch harter Hund. Meine liebe Katja betitelt mich manchmal als kalt und gefühlslos – nicht zu Unrecht würde ich behaupten, harte Schale eben. Aber dann kam diese Nacht vom 17 Juni 2020. Bereits Stunden zuvor begrüsste ich mit offenen Händen meinen weichen Kern. Und das so richtig! Er wurde mit meinen Tränen immer weicher. Willkommen emotionale Achterbahnfahrt! Das Einzige was nun durchgehend kalt war, waren meine Schweisshände und -füsse. Ansonsten heulte ich wie ein Schlosshund für und mit der tapfersten und stärksten Frau auf dieser Welt. 01:30 Uhr und da war er dann plötzlich in Mamis Händen unser kleine Jaro. Das und im Nachhinein die ganze Geburt war schlicht und ergreifend unbeschreiblich. Für Katja, für mich und für Jaro. Die Worte auf unserer Geburtsanzeige sind nur ein Versuch unser Glück und unsere Liebe in Worte zu fassen: «Der erste Augenblick für ihn, der wunderschönste für uns! Mit dir beginnt unser Leben!» Und für alle Nicht-Papis: Ja, es ist das Schönste im Leben!

Vom Relevanten zum Irrelevanten – ein kleiner Auszug:

Unsere Badewanne ist auch mitten in der Nacht «bebadbar». Bis jetzt trafen jedenfalls keine Reklamationen von den grosselterlichen Hauseigentümern ein. Und das Bad war sogar angenehm warm – danke fürs Heizen Grosspapi!

Die Wände des Spitals Thun sind unzureichend isoliert. Nur so lassen sich die Reklamationen der Ärzte gegenüber des Gebärsaals erklären. Die schreigewaltige (?) Katja hat aber auch Ausserordentliches geleistet! Wir schlossen jedenfalls das Fenster und alle waren wieder zufrieden. Und mein Tinnitus erholt sich auch langsam aber sicher. Dafür halten die Decken ausgezeichnet – sie haben jedenfalls Katja’s Gebärkraft gut überstanden.

Papi-Bonus beginnt bei der Geburt. Teilweise kam es mir nämlich so vor, als würde ich gebären – die Hebammen liessen mir praktisch keine Wünsche unerfüllt. In ihrem Büro gibt’s übrigens hervorragenden Kaffee.

Mein Verpflegungs-Learning: ein mitgebrachtes «Fress-Päckli» ist primär für werdende Papis. Mamis haben während der Geburt vielfach andere Prioritäten. Aber trotzdem für zwei einpacken! Spital-Küchen haben keine Gourmet-Karte im Angebot.

Unser Geburtsmotto: Mit Ovomaltine kannst du’s nicht besser. Aber länger. Die Ovo-Riegel waren wirklich Hauptbestandteil unseres «Fress-Päcklis» – und beschreiben eigentlich ziemlich gut die Geburt von Jaro. Notiz an uns: Bei der nächsten Geburt nur Red Bull mitnehmen und mit den verleihten Flüüügel gebären.

Gibt’s ein Tripadvisor für Spitäler? Wir würden nämlich gerne allen Geburtsbeteiligten ein ganz grosses Kränzchen binden!

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