Grundsätzlich sind wir ja schon alte Hasen im Eltern-Business. Unsere (noch) Liebsten sind bereits sechs Jahre alt und immer noch gesund und gefrässig. Babyalter und Pubertät haben wir als Erziehungsberechtigte mit Bravour gemeistert. Kleinere Zwischenfälle – wie beispielsweise ein nächtlicher Ausflug in eine naheliegende Baumkrone oder die illegale Fäkaliendeponierung(en) auf dem sehr gepflegten Rasen der Grosseltern – steckten wir gekonnt weg und nahmen unsere Verantwortung und Vorbildfunktion stets sehr ernst. Wir waren und sind so gut, dass sie uns wahrhaftig verehren. Da gibt’s aber einen kleinen Haken: Es sind Katzen. Sie verehren alle Essensgeber und können sich nicht beschweren. Aber trotzdem. Sie leben mit uns, sie lieben uns (?) und wir lieben sie. Wieso sollen also hervorragende Katzeneltern nicht auch passable Menscheneltern werden? Es wird sich zeigen – wir sind jedenfalls guten Mutes. Dazu aber später. Vordringlich ist jetzt erstmal die wahrscheinlich schwerste, herausforderndste und herzzerreisenste Aufgabe als Katzenmami und -papi.

Eigentlich könnte man alle notwendigen Informationen in einen Satz verpacken: Liebe Katzen, ganz bald spielt ihr bei uns nur noch zweite Geige – es kommt eine neue Nummer 1 ohne Fell in den Haushalt. So einfach ist es aber nicht gemacht, das wissen alle Katzeneltern. Das naheliegendste Problem ist die Katzensprache. Trotz langjährigem Intensiv-Studium haben wir es bis heute nicht geschafft, sie zu verstehen. Miau hat in ihrem Sprachgebrauch schlicht zu viele Bedeutungen und irgendwie ist dann alles mit Essen verbunden. Zu anspruchsvoll und zu kompliziert. Und die zwei Büsis tun sich mit unserer Sprache auch sehr schwer. Oder anders gesagt, es schert sie nicht das kleinste Stück. Vielleicht liegt es am Dialekt? Vielleicht oder ziemlich sicher liegt es daran, dass sie Katzen sind. Kurzes Intermezzo: Wir können unseren Katzen mit einer Hundepfeife zum Essen trillern und sie kommen in vollem Karacho zum Futternapf. Auch wenn sie im Wald sind – ausser sie sind in einer Baumkrone. Darauf sind wir sehr stolz! Katja, das müssen wir dann unbedingt auch beim Junior ausprobieren.

Zurück zum eigentlichen «Büsi-Degradierungs-Problem». Die Kommunikationsschwierigkeiten sind ja einleuchtend. Für das eigentliche Problem braucht es aber ein gewisses Katzengrundverständnis. Für die Nicht-Katzeneltern: Die pelzigen, schnurrenden Vierbeiner können einem ziemlich stark ans Herz wachsen. Und das sind sie uns! Imma (die Kletterin) und Jasha (der Rasensch… ikanierer) gehören zu unserer Familie. Wie bringen wir es also übers Herz ihnen das Wegfallen der ewigen Nummer 1 weiszumachen? Es ist schwierig! Und Google macht es auch nicht einfacher. Man soll die Katzen stückweise daran gewöhnen und unter anderem die Schlafzimmertür schliessen. Geht’s noch?! Nach einer anfänglichen und von Rückfällen geprägten Ohne-Katzen-Einschlafphase haben wir uns mittlerweile gefangen. Eine Nacht ist die Türe offen, Tag darauf bleibt das Schlafzimmer katzenfrei. Wir kompensieren den nächtlichen Entzug mit vielen Kuscheleinheiten durch den Tag. Den Büsis ist das Ganze ziemlich schnuppe. Sie bekommen ja nach wie vor essen. Uns ist bewusst, dass es mit dem Junior in unserem Katzenhaushalt einige Anpassungen und Tabus geben wird. Zum Glück haben wir beide aber ein sehr grosses Herz! Und dort ist und bleibt ein grosses Plätzchen für unsere Imma und unseren Jasha.

One Comment

  1. Avatar Lionel Messenger
    6. Juli 2020 @ 17:21

    😂 .. herrlich! Einfach nur herrlich!

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