Irgendwie schon komisch! Vor einem Jahr waren wir fast wöchentlich irgendwo unterwegs, feierten das Leben und tanzten uns schwindelig. Jung und wild sein, bringt auch Verpflichtungen mit sich. Oder so. Nun hat sich unsere Lebensfeier ziemlich drastisch in die eigenen vier Wände verschoben. Und das ist auch gut so! Wir feiern ja immer noch ab und zu die ganze Nacht. Halt einfach nicht ganz so freiwillig und ohne gross das Tanzbein zu schwingen. Alles eine Frage der Perspektive. Die «Musik» hat sich auch ein wenig verändert – jedoch nicht zwingend in der Lautstärke. Mitsingen war damals und ist heute absolut angebracht. Der brummende Kopf am Morgen gibt’s nun sogar ohne zu tief ins Glas zu schauen. Eine nächtliche Taxifahrt oder ein kurvenreicher Spaziergang nach Hause? Alles nach wie vor fester Bestandteil unseres Nachtlebens, nur bisschen anders. Wir wollen natürlich nicht klagen! Trotzdem waren wir an diesem Samstag nicht per se unglücklich, wieder einmal ins frühere Nacht- bzw. Abendleben einzutauchen. Ein gemeinsames, auswärtiges Nachtessen zu zweit. Früher naja, heute spektakuläre Party!

Kein Spektakel ohne Vorbereitung. Für Mami begann die Planung des langersehnten «Partyabends» ziemlich früh am Samstagvormittag. Wie damals! Nur war es diesmal nicht der akribische Austausch über die mögliche Kleiderwahl mit den Kolleginnen, sondern derjenige mit den hütenden Grosseltern. Wahrlich keine Parallelen – beides muss aber bis ins kleinste Detail besprochen werden, inklusive Notfallplan. Natürlich haben wir blindes Vertrauen (die haben mich überlebt gross gezogen!). Aber wie dazumal, wenn plötzlich eine unverschämte Freundin in ähnlichen Klamotten auftauchte, braucht es zwingend einen Plan B. Um ohne Jaro wegzugehen, haben wir übrigens unser individuelles «GABI» entwickelt: G = Geeignete Babysitter? A = Ausreichend verpflegt? B = Baby-Ausrüstung übergeben? I = Innert maximal 15 Minuten zu Hause? 4x Ja heisst mehrheitlich sorgenfreier Ausgang. Sorgenfrei war dann übrigens auch die Zeit im Bad. Vor allem für Katja. Wieder einmal ohne Stress. Ein wahres Vergnügen habe ich mir sagen lassen. Meine Haare haarähnliche Kopfbedeckung ist da glücklicherweise nicht so zeitintensiv. Glatt und herausgeputzt stand der babyfreien Zeit also nichts mehr im Weg.

Und bereits der Weg hatte es in sich. Die Musik im Auto aufdrehen, ohne «pssst er schläft!». Mal wieder 55 in der 50er-Zone ohne «Geht’s noch?! Wir haben ein Baby im Auto!». Wir waren ziemlich cool unterwegs, wir Rebellen! Im Partylokal Restaurant angekommen, mischten sich bereits erste elterliche Gedanken in unsere rebellisch anmutenden Hirne. Irgendwie komisch, ungewohnt und zeitgleich wunderschön der Gedanke an den Sprössling zu Hause. Doch heute Abend war ja Party! Kennen wir von früher: keine Partynacht ohne gedankliche Überzeugungsleistung. So landeten wir also auf der Tanzfläche oder immerhin beim Tête-à-Tête am Restaurant-Tisch.

Top Atmosphäre, vorzügliches Essen und angenehme Bedienung. Aber irgendwie fehlte da etwas. Und das Etwas war omnipräsent – obschon es zu Hause ziemlich sicher die elternfreie Zeit in vollen Zügen genoss. Der grosse Abwesende war Gesprächsthema Nummer eins und wurde zwischenzeitlich sogar fälschlicherweise «gehört» als ein Hund bellte. Und ja, Hunde gibt’s heutzutage in so kleinen Ausführungen, dass sie auch in schicken Restaurants geduldet freundlich empfangen werden. Alles in allem war es natürlich ein einmaliger Ausgang. Wieder einmal nach einer gefühlten Ewigkeit! An dieser Stelle ein dringender Appell an alle werdenden Eltern (die anderen wissen es wahrscheinlich schon): Nehmt und gönnt euch die Zeit zu zweit. Der Energietank für den üblichen Tanz durch die Nacht lässt sich so optimal aufladen. Und mit Abstand das Schönste ist, dass das herzerwärmende Highlight zu Hause wartet. In unserem Fall friedlich schlafend und von tollen Eltern träumend. So legten wir uns überglücklich zu ihm ins Bettchen. Heute mal ein «schlaf Kindlein, schlaf» anstatt ein «tanz Kindlein, tanz».

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